Game-Tipp: Anomaly Warzone Earth

Steam ist ja bekannt dafür, kleine Indie Game Entwickler zu fördern und zu unterstützen. Die Infrastruktur ist aber auch perfekt dafür: Die Downloadplattform erlaubt es kleinen Entwicklerteams ihre Spiele zu geringem Preis einen großem Publikum anzubieten, ohne auf einen großen Publisher angewiesen zu sein, der die Produktion von Datenträgern bezahlt. Und so schlummern in den Tiefen von Steam viele schöne Low-Price Titel für 5 € oder 10 €.

Eines dieser Spiele, das im Vergleich zu anderen seiner Art mit etwas mehr Tamtam promotet wurde und damit auch mehr Aufmerksamkeit erreichte ist „Anomaly Warzone Earth“ vom polnischen 11 bit Studio. Ich selbst bin auf das Spiel über ein Video auf der beiliegenden DVD der aktuellen GameStar aufmerksam geworden. Ich hatte einen guten Eindruck und spielte mal die Demo an.

Das Spiel kehrt das bekannte Prinzip von Tower-Defense-Spielen um. Tower-Defense umgekehrt? Ja! Aber der Reihe nach: Das Spiel beginnt mit einem düsteren Intro, in welchem ein riesiges Alien-Raumschiff auf die Erde stürzt. Besser gesagt zwei Teile des Raumschiffs. Die Teile kommen in Bagdad und Tokio auf. Um die Trümmerteile bildet sich eine fremdartige, energiegeladene Kuppel, von der Menschheit bald Anomalie (eng. Anomaly) getauft. Innerhalb der Anomalie sterben die Menschen auf rätselhafte Weise. Das Militär (komischerweise anscheinend das britische) will genaueres herausfinden und schickt einen Konvoi in die Kuppel hinein.

Der Spieler übernimmt die Rolle des Commanders des Konvois, dargestellt durch eine kleines Männchen, dass dem Militärtransport vorauseilt. Auf Sinn und Zweck des Commanders komme ich später noch zurück.



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Zunächst einmal gibt es wichtigeres zu tun: einen schlagkräftigen Konvoi zusammenstellen und die richtige Route abstecken. Die zunächst hohen Fahrzeugkosten machen das Rekrutieren der Gefährte nicht gerade einfach. Man muss dabei taktisch vorgehen, denn auf keinen Fahrzeugtypen kann verzichtet werden. Der leicht gepanzerte Typ, der mächtig Schaden austeilt ist genauso wichtig, wie der dicke Koloss, der versucht mit einer mickrigen Maschinenkanone vorzugehen.

Denn in der Anomalie lauern Feinde: gemeine Alien-Technologie-Türme die alles in der Nähe zerstören. Um die Passagen zu bewältigen muss man seinen Trupp und die Route gut gewählt haben. Die Routenwahl ist eine der großen Stärken des Spiels. Auf kurzen Tastenbefehl (Strg) öffnet sich die Übersichtskarte mit Straßenschema und Feindumrissen. Um sicher durchs Gelände zu kommen muss man den Kontakt mit den Türmen so gut wie möglich vermeiden; was natürlich nicht möglich ist. Es ist wichtig auf die Turmsorte zu achten, denn nicht alle Türme sind gleich effektiv. Beispiel: Der Scorcher ist ein sehr mächtiger Turm, der deinen ganzen Konvoi zerstören kann, womit du verloren hättest. Aber: er kann sich nicht drehen. Er feuert stur auf die Gerade auf die er ausgerichtet ist. Kluges Vorgehen gegen den Scorcher: Von hinten oder der Seite anrücken.

Im Kampfgeschehen kommen die Spezialfähigkeiten des Commanders zum Einsatz: Dieser kann nämlich über sein Unterstützungsmenü (Shortcut: Alt) verschiedene Supports auswählen. Darunter das lebenswichtige Reparatur-Item, das auf dem Boden als grüner Kreis dargestellt wird. Bei Durchfahrt eines beschädigten Fahrzeugs, wird dieses sofort repariert. Der Commander kann auch eine Nebelwand zur Deckung legen oder zum Beispiel dem Feind Panzerattrappen vor die Nase setzen. Die Häufigkeit, mit der diese Fähigkeiten eingesetzt werden können ist limitiert. Es wird zwar ständig für Nachschub gesorgt, trotzdem muss man damit sparsam umgehen. Damit entwickelt das Spiel mehr Anspruch und Taktik.

In die Steuerung muss man sich erst reinfinden, nach ein paar Minuten hat man aber die wichtigsten Kniffe raus. Man sollte sich immer vor Augen führen, dass bestimmte (geskriptete) Situationen Umkehrmanöver, also Routenänderungen erfordern. Schnell auf Strg gedrückt, alles kein Problem. Die Kamera ist auf den Commander fixiert. Anders, als man von anderen Strategie Titeln gewohnt ist, lässt sich die Ansicht nicht über W-A-S-D ändern. Wenn man etwas anderes sehen will, muss der Commander bewegt werden.

Die Grafikeffekte sind teilweise berauschend. Künstlerisch wird mit den Gegebenheiten in der Anomalie sehr gut umgegangen. Die Bodentexturen sind etwas verwaschen, aber wir reden hier ja auch nicht von einem Vollpreistitel: Das Spiel kostet aktuell über Steam 9,99 €.

„Anomaly Warzone Earth” ist ein Spiel mit überraschendem taktischen Tiefgang und viel bildreicher Action. Ich war vom Spielen wirklich begeistert und der kleine Preis ist ein Argument, sich das Game zuzulegen.

Benjamin

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Veröffentlicht am Juni 23, 2011 in Games und mit , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

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